1. Unser Garten spürt den Klimawandel – Pflanzen heute richtig auswählen

Unser Garten spürt den Klimawandel – Pflanzen heute richtig auswählen

Einen Garten pflanzen wir nicht für ein Jahr

Wenn wir Pflanzen für unseren Garten auswählen, entscheiden wir häufig zuerst danach, was uns gefällt.

Wie schnell wächst die Pflanze? Wie hoch wird sie? Ist sie immergrün oder laubabwerfend? Wie sieht ihre Blüte aus? Bietet sie guten Sichtschutz? Wie viel Pflege braucht sie?

All diese Fragen bleiben wichtig.

Doch eine weitere Frage gewinnt zunehmend an Bedeutung:

Unter welchen Bedingungen muss diese Pflanze in 5, 10 oder sogar 20 Jahren wachsen?

Eine Hecke, einen Baum oder einen größeren Strauch pflanzen wir schließlich nicht für eine Saison. Eine heute gepflanzte Hecke soll uns im besten Fall noch viele Jahre begleiten.

Deshalb reicht die Frage

„Gefällt mir diese Pflanze?“

allein nicht mehr aus.

Wir sollten auch fragen:

„Passt diese Pflanze langfristig zu meinem Garten und seinem Standort?“

Genau hier beginnt die Idee eines klimarobusten Gartens.

Der Klimawandel findet längst auch in unseren Gärten statt

Klimawandel klingt zunächst nach einem großen, globalen Thema.

Für Gartenbesitzer zeigt er sich jedoch ganz konkret: durch heiße Perioden, längere Phasen ohne Niederschlag, schneller austrocknende Böden oder Starkregen innerhalb kurzer Zeit.

Für eine Pflanze zählt dabei nicht allein, wie viel Regen innerhalb eines ganzen Jahres fällt.

Entscheidend ist auch, wann und wie dieser Niederschlag fällt.

20 Millimeter Regen in regelmäßigen Abständen stellen für eine Pflanze eine völlig andere Situation dar als eine lange Trockenperiode, auf die innerhalb weniger Stunden oder eines Tages eine sehr große Niederschlagsmenge folgt.

Die Gesamtmenge kann ähnlich sein – die Wirkung auf Boden und Pflanzen ist es nicht.

Was passiert mit Pflanzen bei Hitze und Trockenheit?

Eine Pflanze kann ihren Standort nicht wechseln.

Sie muss mit den Bedingungen zurechtkommen, die wir ihr durch die Wahl ihres Pflanzplatzes geben.

Bei hohen Temperaturen kann der Wasserverlust steigen. Ist gleichzeitig wenig Wasser im Boden verfügbar, kann das Wurzelsystem diesen Verlust immer schlechter ausgleichen.

Die Folgen können langsameres Wachstum, Welke, Blatt- oder Triebschäden, Laubverlust und bei extremer Belastung sogar das Absterben der Pflanze sein.

Und genau deshalb wird die richtige Pflanzenwahl immer wichtiger.

Denn zwei Pflanzen können am selben Standort auf dieselbe Kombination aus Hitze und Wassermangel völlig unterschiedlich reagieren.

Trockenheit ist nur eine Herausforderung von vielen

Wenn wir von Pflanzen für den Klimawandel sprechen, denken viele zuerst an trockenheitsverträgliche Pflanzen.

Das ist wichtig – aber nur ein Teil des Ganzen.

Pflanzen können im Laufe ihres Lebens mit ganz unterschiedlichen Belastungen konfrontiert werden:

  • längeren Hitzeperioden,
  • Trockenphasen,
  • intensiver Sonneneinstrahlung,
  • Starkregen,
  • zeitweise sehr nassen Böden,
  • Temperaturschwankungen im Winter,
  • Frost,
  • Wind und dadurch verstärkter Austrocknung.

Deshalb sind „trockenheitsverträglich“ und „klimarobust“ keine Synonyme.

Trockenheitsverträglichkeit ist ein wichtiger Teil der Klimarobustheit. Aber eine wirklich passende Pflanzenwahl muss mehr berücksichtigen.

Gibt es Pflanzen, die mit jedem Klima zurechtkommen?

Nein.

Und genau das sollten wir bei Heckenmarkt bewusst offen kommunizieren.

Eine „klimarobuste Pflanze“ ist keine Pflanze, die auf jedem Boden wächst, Trockenheit genauso liebt wie Staunässe, in voller Sonne und tiefem Schatten gleichermaßen gedeiht und nebenbei weder Wasser noch Pflege benötigt.

Klimarobust bedeutet nicht unverwundbar.

Viel wichtiger ist die Frage:

An welche Bedingungen kann sich eine bestimmte Pflanze gut anpassen?

Deshalb lautet eine der wichtigsten Regeln für den Garten der Zukunft:

Die richtige Pflanze für den richtigen Standort.

Das finde ich als Heckenmarkt-Botschaft ausgesprochen stark, weil sie keine unrealistischen Versprechen macht und gleichzeitig eure Beratungskompetenz betont. Der Originalartikel formuliert genau diesen Grundsatz.

Ein Garten kann mehrere Mikroklimata haben

Nicht nur die Region entscheidet darüber, wie gut sich eine Pflanze entwickelt.

Mindestens ebenso interessant ist das Mikroklima im eigenen Garten.

Stellen wir uns eine Fläche direkt vor einer nach Süden ausgerichteten Hauswand vor. Im Sommer erwärmen sich Wand und Pflaster und geben zusätzliche Wärme ab.

Nur wenige Meter entfernt kann es auf der schattigen Nordseite desselben Hauses deutlich kühler und feuchter sein.

So können innerhalb eines einzigen Grundstücks völlig unterschiedliche Bedingungen entstehen:

heiß + sonnig + trocken

und wenige Meter weiter:

schattiger + kühler + feuchter

Deshalb lautet die richtige Frage häufig nicht:

„Welche Pflanze passt in meinen Garten?“

Sondern:

„Welche Pflanze passt an welchen Platz in meinem Garten?“

Interner Link: An dieser Stelle passt später hervorragend „Hecken für volle Sonne – Pflanzen für heiße und sonnige Standorte“.

Der Boden ist mindestens so wichtig wie das Wetter

Bei einem klimarobusten Garten dürfen wir nicht nur auf Temperatur und Niederschlag schauen.

Ein entscheidender Teil des Pflanzenlebens findet unsichtbar unter der Erde statt.

Im Wurzelraum.

Hier nimmt die Pflanze Wasser und Nährstoffe auf.

Deshalb macht es einen großen Unterschied, ob ein Boden sandig oder schwer, gut strukturiert oder verdichtet ist, schnell austrocknet oder Wasser lange hält und ob überschüssiges Wasser gut abfließen kann.

Auch eine trockenheitsverträgliche Pflanze muss nicht automatisch mit dauerhaft nassen, sauerstoffarmen Bodenverhältnissen zurechtkommen.

Umgekehrt kann eine andere Pflanzenart auf einem sehr trockenen Sandboden dauerhaft unter Stress geraten.

Klimarobustheit ist deshalb nicht nur eine Eigenschaft der Pflanze. Sie beschreibt auch das Zusammenspiel zwischen Pflanze und Standort.

Interner Link: „Pflanzen für Lehmboden – welche Hecken eignen sich für schwere Böden?“

Mehr gießen – oder besser auswählen?

Natürlich bleibt Bewässerung ein wichtiger Bestandteil der Gartenpflege.

Das gilt besonders für frisch gepflanzte Hecken, Bäume und Sträucher.

Nach der Pflanzung ist das Wurzelsystem noch nicht ausreichend im umgebenden Boden entwickelt. Deshalb kann selbst eine später sehr gut mit Trockenperioden zurechtkommende Pflanze während der Anwachsphase regelmäßig Wasser benötigen.

Dieser Punkt ist so wichtig, dass wir ihn deutlich hervorheben sollten:

Klimarobust bedeutet nicht: „muss nicht gegossen werden“.

Interessanter wird die Frage, was nach erfolgreicher Einwurzelung passiert.

Wie hoch ist dann der Wasserbedarf? Wie reagiert die Pflanze auf längere Trockenperioden? Wie stark ist sie dauerhaft von zusätzlicher Bewässerung abhängig?

Deshalb sollte die Strategie für den Garten der Zukunft nicht ausschließlich lauten:

„Dann müssen wir eben mehr bewässern.“

Sondern auch:

„Wir wählen Pflanzen, die zu den Bedingungen unseres Gartens passen.“

Warum die Wahl einer Hecke besonders gut überlegt sein sollte

Bei einjährigen Blumen lässt sich eine ungünstige Entscheidung im nächsten Jahr leicht korrigieren.

Bei einer Hecke sieht das anders aus.

Innerhalb weniger Jahre kann sie zu einem der größten lebenden Elemente des Gartens werden. Sie schafft Sichtschutz, grenzt Bereiche ab, kann Wind bremsen, Schatten erzeugen, Lebensraum bieten und prägt das Erscheinungsbild eines Grundstücks.

Eine falsche Pflanzenwahl zeigt ihre Folgen möglicherweise erst nach mehreren Jahren.

Deshalb sollten wir bei einer Hecke nicht nur fragen:

„Wie schnell wächst sie?“

oder:

„Welche Blätter gefallen mir besser?“

Sondern vor allem:

„Unter welchen Bedingungen soll diese Hecke auch in 10 oder 20 Jahren noch gut funktionieren?“

Das Heckenmarkt-Klimaprofil: Pflanzen besser vergleichen

Deshalb möchten wir bei Heckenmarkt Pflanzen künftig nicht ausschließlich nach Größe, Wachstumsgeschwindigkeit oder Aussehen betrachten.

Wir möchten zusätzlich zeigen, wie sie mit unterschiedlichen Standort- und Umweltbedingungen zurechtkommen.

Dafür betrachten wir im Heckenmarkt-Klimaprofil fünf Bereiche:

☀️ Hitzetoleranz
Wie gut kommt die Pflanze mit hohen Sommertemperaturen und Hitzestress zurecht?

💧 Trockenheitsverträglichkeit
Wie reagiert eine gut eingewurzelte Pflanze auf längere Perioden mit geringer Wasserverfügbarkeit?

🌧️ Toleranz gegenüber Wasserextremen
Wie kommt die Pflanze mit Trockenphasen und zeitweise sehr feuchten Bedingungen zurecht?

❄️ Winteranpassung
Wie reagiert sie auf Kälte, Frost und Temperaturschwankungen?

🌱 Standortanpassungsfähigkeit
Wie flexibel ist die Pflanze hinsichtlich Boden, Licht, Feuchtigkeit und Mikroklima?

Aus diesen Bereichen entsteht das Heckenmarkt-Klimaprofil.

Unser Ziel ist nicht, jede Pflanze als „klimarobust“ zu bezeichnen. Wir möchten zeigen, wo ihre Stärken liegen, wo ihre Grenzen liegen und für welchen Garten sie geeignet ist.

Nicht jede Pflanze passt in jeden Garten

Auch das gehört für uns zu guter Beratung.

Wenn eine Pflanze für einen bestimmten Standort nicht geeignet ist, möchten wir das sagen.

Und wenn eine andere Pflanze dort die bessere Wahl ist, möchten wir diese empfehlen.

Denn langfristig ist nicht die Pflanze die richtige, die verkauft wurde.

Die richtige Pflanze ist die, die sich auch Jahre später im Garten unseres Kunden gut entwickelt.

Genau das soll die Grundlage unserer klimarobusten Pflanzenberatung werden.

🌿 Den Garten der Zukunft pflanzen wir heute!

Niemand kann genau vorhersagen, welches Wetter ein bestimmter Garten in 15 Jahren erleben wird.

Wir wissen aber: Eine Hecke, ein Baum oder ein Strauch, den wir heute pflanzen, kann dann noch immer dort stehen.

Deshalb sollten wir bei der Pflanzenwahl nicht nur an heute denken.

Wir sollten überlegen, wie wir unseren Garten langfristig robuster gegenüber wechselnden Bedingungen gestalten können.

Dafür brauchen wir keine vermeintlichen Wunderpflanzen.

Wir müssen vielmehr unseren Garten, unseren Boden und die tatsächlichen Eigenschaften unserer Pflanzen kennen.

Das Ziel lässt sich einfach zusammenfassen:

Wir suchen nicht die Pflanze, die alles aushält.

Wir suchen die Pflanze, die in unserem Garten langfristig gut funktioniert.

Den Garten der Zukunft pflanzen wir heute. 🌱

Im nächsten Teil:
Was bedeutet „klimarobust“ eigentlich wirklich – und warum ist das nicht dasselbe wie trockenheitsverträglich?