18. Welche Pflanzen eignen sich für windige und exponierte Standorte?

Welche Pflanzen eignen sich für windige und exponierte Standorte?

Wenn Wind nicht nur an Pflanzen rüttelt, sondern ihnen auch Wasser entzieht

Es gibt Gärten, in denen weder Hitze noch Trockenheit allein die größte Belastung für Pflanzen darstellen.

Sondern der Wind.

Auf offenen Grundstücken.

Auf Anhöhen.

Am Rand von Feldern.

Entlang langer Straßenfronten.

In Windschneisen zwischen Gebäuden.

Oder einfach in Gärten, die weder durch Gebäude noch durch vorhandene Vegetation geschützt sind.

An solchen Standorten sind Pflanzen ständig in Bewegung. Ihre Blätter können schneller Wasser verlieren, der Boden kann rascher austrocknen und im Winter kann kalter Wind die Belastung zusätzlich erhöhen.

Deshalb suchen wir für einen windigen Standort nicht einfach eine „besonders starke Pflanze“.

Wir suchen eine Pflanze, deren gesamte Anpassungsfähigkeit zum exponierten Standort passt. 

Wind ist mehr als mechanische Belastung

Wenn sich die Zweige einer Hecke im Wind stark bewegen, denken wir zunächst:

Halten die Äste das aus?

Das ist eine wichtige Frage.

Doch Wind wirkt wesentlich vielfältiger.

Er kann beeinflussen:

den Wasserverlust der Pflanze,
die Temperatur der Blätter,
die Austrocknung des Bodens,
die mechanische Belastung der Triebe,
die Wuchsform,
die Winteraustrocknung
und langfristig sogar das Mikroklima des gesamten Gartens.

Deshalb gilt:

Wind ist gleichzeitig eine physiologische und eine mechanische Belastung. 

Warum trocknet Wind Pflanzen aus?

An der Oberfläche eines Blattes bildet sich normalerweise eine dünne, relativ ruhige Luftschicht.

Wind kann diese ständig erneuern beziehungsweise stören.

Unter bestimmten Bedingungen kann dadurch die Wasserabgabe der Pflanze steigen.

Besonders kritisch wird es, wenn gleichzeitig:

hohe Temperaturen,
niedrige Luftfeuchtigkeit
und wenig Wasser im Boden

zusammenkommen.

Deshalb kann dieselbe Pflanze an einem windigen Standort einer wesentlich stärkeren Wasserbelastung ausgesetzt sein als in einem geschützten Garten. 

Wind und Trockenheit können sich gegenseitig verstärken

Stellen wir uns zwei Gärten vor.

In beiden fällt gleich viel Regen.

Beide haben denselben Boden.

Und in beiden wächst dieselbe Pflanze.

Der eine Garten ist geschützt.

Der andere liegt den ganzen Tag im Wind.

Trotzdem kann sich der Wasserhaushalt der beiden Pflanzen deutlich unterscheiden.

Deshalb lässt sich Trockenheitsverträglichkeit nicht allein anhand der Niederschlagsmenge beurteilen.

Wind ist Teil der Wasserbilanz eines Standortes. 

Auch der Boden trocknet schneller

Wind wirkt nicht nur auf die Blätter.

Er kann auch die Verdunstung an einer unbedeckten Bodenoberfläche verstärken.

Gerade in windigen Gärten kann deshalb die im 14. Teil beschriebene Bodenabdeckung besonders sinnvoll sein.

Eine geeignete Mulchschicht kann die Bodenoberfläche schützen, Verdunstungsverluste reduzieren, Unkrautkonkurrenz verringern und zu ausgeglicheneren Bedingungen im Wurzelraum beitragen.

An einem gleichzeitig windigen, sonnigen und trockenen Standort können diese Effekte besonders wertvoll sein. Beillesztett markdown

Die anspruchsvolle Kombination: Hitze + Trockenheit + Wind

Im 16. Teil haben wir sonnige, heiße und trockene Gärten betrachtet.

Kommt starker Wind hinzu, steigt die Belastung weiter.

Die Pflanze ist gleichzeitig konfrontiert mit:

intensiver Sonneneinstrahlung,
hohen Temperaturen,
abnehmender Bodenfeuchtigkeit
und erhöhtem Wasserverlust.

Genau daran sehen wir, warum sich Klimarobustheit nicht durch eine einzige Eigenschaft beschreiben lässt.

Eine Pflanze kann hitzetolerant sein.

Sie kann Trockenheit gut vertragen.

Doch wir müssen zusätzlich wissen:

Wie kommt sie mit der Kombination dieser Faktoren an einem exponierten Standort zurecht?

Wind ist nicht grundsätzlich schlecht

Auch hier sollten wir nicht zu stark vereinfachen.

Luftbewegung kann unter bestimmten Bedingungen zur Kühlung der Blätter beitragen und eine übermäßige Erwärmung reduzieren.

Wind wird vor allem dann zur Belastung, wenn er:

stark, dauerhaft, trocken oder kalt ist

oder gemeinsam mit anderen Stressfaktoren auftritt.

„Windverträglichkeit“ ist deshalb keine einfache Ja-Nein-Eigenschaft. 

Wind ist nicht gleich Wind

Eine leichte, regelmäßige Luftbewegung stellt andere Anforderungen als heftige Sturmböen.

Auch ein dauerhafter Westwind wirkt anders als kalter Winterwind, heißer trockener Sommerwind oder turbulente Luftströmungen an einer Gebäudeecke.

Deshalb reicht vor der Pflanzenwahl die Aussage:„Bei uns ist es windig.“nicht aus.

Interessanter sind vier Fragen:

Wann? Aus welcher Richtung? Wie stark? Wie lange? 

Auch innerhalb eines Gartens ist die Windbelastung unterschiedlich

Wie Licht, Temperatur und Bodenfeuchtigkeit variiert auch der Wind innerhalb eines Grundstücks.

Eine Gebäudeseite kann vollkommen geschützt sein.

An einer Ecke kann sich die Luftströmung dagegen beschleunigen.

Zwischen zwei Gebäuden kann eine Windschneise entstehen.

Hinter einem vollständig geschlossenen Zaun können wiederum Turbulenzen auftreten.

Deshalb:

Auch der Wind gehört zum Mikroklima eines Gartens. 

Wo sind die windigsten Stellen im Garten?

Dafür braucht man nicht unbedingt Messgeräte.

Beobachten Sie Ihren Garten:

In welche Richtung neigen sich Pflanzen regelmäßig?

Wo trocknet der Boden am schnellsten aus?

Wo bewegen sich Zweige besonders stark?

Wo sammeln sich heruntergefallene Blätter?

Und an welcher Stelle empfinden Sie selbst den Wind am stärksten?

Daraus lässt sich bereits eine einfache Windkarte des Gartens erstellen.

Auf unserer Mikroklima-Karte könnten wir beispielsweise markieren:

W – windig

G – geschützt

So beginnt die Pflanzenwahl mit einer konkreten Standortbeobachtung. 

Wind formt Pflanzen auch mechanisch

Eine Pflanze ist kein starrer Gegenstand.

Triebe bewegen sich.

Äste biegen sich.

Stamm und Wurzelsystem reagieren auf mechanische Belastungen.

Ein gewisses Maß an natürlicher Luftbewegung gehört zum normalen Lebensraum einer Pflanze.

Bei starkem oder dauerhaftem Wind können jedoch Trieb- und Astschäden, einseitiger Wuchs, Blattverlust oder bei jungen Pflanzen sogar Bewegungen im Wurzelbereich auftreten.

Bei Hecken spielen deshalb sowohl der natürliche Aufbau der Pflanze als auch der richtige Schnitt eine wichtige Rolle. 

Schnell wachsende Hecken brauchen an windigen Standorten einen guten Aufbau

Bei der Wunderhecke® ist dieser Punkt besonders wichtig.

Schnelles Wachstum ist ein großer Vorteil, wenn innerhalb relativ kurzer Zeit eine geschlossene Hecke entstehen soll.

Lange, schnell wachsende Triebe sollten jedoch entsprechend aufgebaut und geschnitten werden.

Ein regelmäßiger fachgerechter Rückschnitt fördert die Verzweigung, erhöht die Dichte und unterstützt einen stabileren Aufbau der Hecke.

Gerade an windigen Standorten gilt deshalb:

Eine Hecke soll nicht nur schnell wachsen. Sie muss richtig aufgebaut werden. 

Höher bedeutet nicht automatisch besserer Windschutz

Es liegt nahe zu denken:

Je höher die Hecke, desto besser der Windschutz.

Doch die Höhe ist nur ein Faktor.

Entscheidend sind auch:

Dichte, Struktur und Geschlossenheit der Hecke, die vorherrschende Windrichtung und die Gestaltung ihrer Umgebung.

Eine hohe Hecke, die im unteren Bereich sehr licht ist, bietet möglicherweise nicht den gewünschten Schutz.

Auch deshalb spielt der richtige Schnitt eine zentrale Rolle. 

Eine völlig geschlossene Wand ist nicht immer der beste Windschutz

Auf den ersten Blick klingt es logisch:

Wenn wir den Wind stoppen wollen, bauen wir eine möglichst geschlossene Barriere.

Doch Luft verschwindet nicht einfach.

An einer massiven Wand oder einem geschlossenen Zaun können oberhalb und dahinter turbulente Luftströmungen entstehen.

Eine teilweise durchlässige Pflanzenstruktur kann die Windgeschwindigkeit dagegen schrittweise reduzieren.

Genau darin liegt einer der Vorteile eines pflanzlichen Windschutzes.

Eine Hecke muss den Wind nicht vollständig stoppen. Sie kann ihn bremsen. 

Eine Hecke ist dem Wind zunächst ausgesetzt – später verändert sie ihn selbst

Das ist eine der interessantesten Eigenschaften einer Hecke.

Im ersten Jahr bieten junge Pflanzen kaum Windschutz.

Im Gegenteil: Sie selbst können zunächst besonders exponiert sein.

Doch mit zunehmender Höhe, Verzweigung und Dichte entsteht eine zusammenhängende Pflanzenstruktur.

Diese kann die Luftbewegung hinter der Hecke zunehmend beeinflussen.

Das bedeutet:

Eine gut aufgebaute Hecke kann mit der Zeit das Mikroklima ihres Gartens verbessern. 

Die Wirkung reicht über die Hecke hinaus

Ein gut aufgebauter pflanzlicher Windschutz wirkt nicht nur unmittelbar an der Hecke.

Auch im dahinterliegenden Gartenbereich kann die Windgeschwindigkeit reduziert werden.

Wie weit dieser Effekt reicht, hängt unter anderem von Höhe, Dichte und Struktur der Hecke, Windrichtung und Gelände ab.

Deshalb möchten wir keine pauschale Meterzahl versprechen.

Entscheidend ist vielmehr:

Eine Hecke kann mehr als Sichtschutz. Sie kann Mikroklima gestalten. 

Das kann sogar den Wasserbedarf des Gartens beeinflussen

Wird die Windgeschwindigkeit in einem Teil des Gartens reduziert, kann auch die austrocknende Wirkung des Windes geringer werden.

Das kann sich positiv auf den Wasserverlust des Bodens und die Verdunstungsbelastung anderer Pflanzen auswirken.

Unter bestimmten Bedingungen kann dadurch auch der Bewässerungsbedarf eines geschützten Gartenbereichs sinken.

Eine Windschutzhecke ist deshalb nicht nur:

Grundstücksbegrenzung, Sichtschutz oder Gestaltungselement.

Sie kann Teil der Klimaanpassung eines Gartens sein. 

An windigen Standorten sind die Wurzeln besonders wichtig

Im 13. Teil haben wir gesagt:

Die Zukunft einer Pflanze entscheidet sich zu einem großen Teil unter der Erde.

An einem windigen Standort wird das besonders deutlich.

Ein gut entwickeltes Wurzelsystem erfüllt hier gleich zwei wichtige Aufgaben.

Es verankert die Pflanze im Boden.

Und es erschließt einen größeren Bodenraum für die Wasseraufnahme.

Deshalb ist ein gutes Wurzelsystem an windigen Standorten gleichzeitig:

mechanische Basis und Versorgungssystem. 

Frisch gepflanzte Hecken haben dieses Wurzelsystem noch nicht

Genau deshalb ist die erste Zeit nach der Pflanzung besonders wichtig.

Eine junge Pflanze hat den umgebenden Boden noch nicht vollständig durchwurzelt.

Bei wurzelnackten Pflanzen muss sich das Wurzelsystem zunächst regenerieren und weiterentwickeln.

Gleichzeitig bewegt der Wind die oberirdischen Pflanzenteile und kann den Wasserverlust erhöhen.

An exponierten Standorten sind deshalb besonders wichtig:

fachgerechte Pflanzung,
richtiger Rückschnitt,
ausreichende Wasserversorgung der Wurzelzone
und – falls erforderlich – vorübergehender mechanischer Schutz.

Stützen ist nicht für jede Pflanze automatisch notwendig

Bei größeren Bäumen kann eine fachgerechte Verankerung nach der Pflanzung notwendig sein.

Bei jungen Heckenpflanzen ist die Situation anders.

Hier ist es nicht das Ziel, jede einzelne Pflanze grundsätzlich starr zu fixieren.

Ob eine Unterstützung notwendig ist, hängt von Pflanzenart, Größe, Pflanzweise und tatsächlicher Windbelastung ab.

Deshalb gilt auch hier:

Bei Bedarf – nicht automatisch. 

Im Winter wirkt Wind anders

Im Winter kann die austrocknende Wirkung des Windes besonders bei immergrünen und wintergrünen Pflanzen relevant sein.

Die Blätter geben weiterhin Wasser ab.

Gleichzeitig kann die Wasseraufnahme der Wurzeln aus kaltem oder gefrorenem Boden eingeschränkt sein.

Dadurch kann es zur sogenannten Wintertrockenheit kommen.

Deshalb lässt sich die Wintereignung einer Pflanze an exponierten Standorten nicht allein durch ihre minimale Frosttemperatur beschreiben.

Im Heckenmarkt-Klimaprofil sprechen wir deshalb bewusst von:

Winteranpassung – nicht nur von Frosthärte. 

An Straßen kommt möglicherweise Salz hinzu

Bei Hecken entlang von Straßen kann Wind im Winter zusätzlich salzhaltige Gischt oder Spritzwasser auf Pflanzen und Boden transportieren.

Das ist allerdings keine klassische Frage der Windverträglichkeit.

Es handelt sich um einen zusätzlichen Umweltfaktor.

Bei der Pflanzenwahl an Straßen sollte deshalb gegebenenfalls auch die Salzverträglichkeit separat berücksichtigt werden.

Die Angabe „für windige Standorte geeignet“ sagt darüber allein nichts aus. 

Wind kann auch Vorteile haben

Wind ist nicht ausschließlich ein Problem.

Eine angemessene Luftbewegung kann dazu beitragen, dass Blätter nach Regen schneller abtrocknen und der Luftaustausch verbessert wird.

Das kann bei bestimmten Pflanzenkrankheiten von Vorteil sein.

Unser Ziel ist deshalb nicht ein vollkommen windstiller Garten.

Wir möchten extreme Windbelastung reduzieren. 

Welche Pflanze eignet sich für einen windigen Standort?

Auch hier müssen wir mehrere Eigenschaften gemeinsam betrachten.

Im Heckenmarkt-Klimaprofil sind unter anderem wichtig:

Standortanpassung:
Kann sich die Pflanze unter exponierten Bedingungen gut entwickeln?

Trockenheitsverträglichkeit:
Wie kommt sie mit der erhöhten Wasserbelastung zurecht?

Hitzetoleranz:
Ist sie auch geeignet, wenn der Standort gleichzeitig sonnig und heiß ist?

Winteranpassung:
Wie reagiert sie auf kalten, austrocknenden Winterwind?

Wurzelsystem:
Kann sie im vorhandenen Boden ein stabiles und leistungsfähiges Wurzelsystem entwickeln?

Hinzu kommt eine separate Beurteilung der tatsächlichen Windbelastung. 

Windverträglichkeit wird kein sechster Hauptwert

Wie bereits im 15. Teil beschrieben, möchten wir Wind nicht als sechste Sternebewertung in das Heckenmarkt-Klimaprofil aufnehmen.

Wind ist zwar sehr wichtig, aber ausgesprochen standortabhängig.

Auf den Pflanzeninformationen sind deshalb direkte Angaben verständlicher:

Geschützter Standort empfohlen

Für mäßig exponierte Standorte geeignet

Auch für windige und exponierte Standorte geeignet

Falls erforderlich, kann eine kurze Erklärung ergänzt werden. 

„Geeignet als Windschutzhecke“ ist eine eigene Information

Denn nicht jede Pflanze, die Wind gut verträgt, bildet automatisch eine gute Windschutzhecke.

Dafür sind weitere Eigenschaften wichtig:

dichter Wuchs,
gute Verzweigung,
geeignete Höhe,
gute Schnittverträglichkeit,
Regenerationsfähigkeit
und langfristige Stabilität.

Im Pflanzenfinder könnte es deshalb später eine eigene Kennzeichnung geben:

GEEIGNET ALS WINDSCHUTZHECKE

Damit beschreiben wir nicht nur die Widerstandsfähigkeit der Pflanze.

Wir beschreiben ihre mögliche Funktion im Garten. 

Wunderhecke® als Windschutz?

Diese Frage ist für uns natürlich besonders interessant.

Die Wunderhecke® kann aufgrund ihres schnellen Wachstums, ihrer guten Schnittverträglichkeit und der Möglichkeit, sie zu einer dichten Pflanzenstruktur aufzubauen, grundsätzlich für die Verwendung als Windschutzhecke interessant sein.

Aber auch daraus möchten wir keine pauschale Werbeaussage machen.

Dafür sollten wir genauer untersuchen:

welche Windbelastung sie verträgt,

wie sie auf unterschiedlichen Böden reagiert,

welche Höhe und Breite für einen funktionierenden Windschutz sinnvoll sind,

welcher Schnitt einen stabilen Aufbau unterstützt

und welche Pflanzdichte für diese Funktion geeignet ist.

Daraus könnte später sogar ein eigener Fachartikel entstehen:

Wie plant man eine wirklich funktionierende Windschutzhecke? 

Die am schnellsten wachsende Pflanze ist nicht automatisch die beste

Gerade bei einem stark windigen Grundstück ist die Versuchung groß, ausschließlich nach der Wachstumsgeschwindigkeit zu entscheiden:

„Je schneller die Hecke wächst, desto schneller hält sie den Wind ab.“

Kurzfristig kann daran etwas Wahres sein.

Langfristig sind jedoch ebenso wichtig:

Stabilität, Dichte, Regenerationsfähigkeit, Wurzelsystem und Standortanpassung.

Denn unser Ziel ist nicht nur, möglichst schnell eine hohe Pflanzenwand zu bekommen.

Unser Ziel ist eine Hecke, die auch in zehn oder zwanzig Jahren noch funktioniert. 

10 Fragen für einen windigen Garten

Vor der Pflanzenwahl sollten Sie sich diese Fragen stellen:

  1. Aus welcher Richtung kommt der Wind überwiegend?
  2. Ist der Standort ganzjährig windig oder nur zu bestimmten Jahreszeiten?
  3. Handelt es sich um dauerhaften Wind oder vor allem um starke Böen?
  4. Ist der Standort gleichzeitig sonnig und heiß?
  5. Wie schnell trocknet der Boden aus?
  6. Welche Bodenstruktur ist vorhanden?
  7. Gibt es eine regelmäßige Bewässerungsmöglichkeit?
  8. Pflanzen Sie eine junge Hecke oder größere Pflanzen?
  9. Soll die Hecke nur Sichtschutz bieten oder auch den Wind bremsen?
  10. Welchen Gartenbereich möchten Sie hinter der Hecke schützen?

Mit diesen Informationen lässt sich die passende Pflanze wesentlich gezielter auswählen. 

Eine Windschutzhecke sollte als Teil des Gartens geplant werden

Wir bauen keine isolierte grüne Wand.

Wir überlegen:

Woher kommt der Wind?

Wo steht das Haus?

Wo befindet sich die Terrasse?

Wo möchten wir sitzen?

Wo wachsen empfindlichere Pflanzen?

Und in welchem Bereich möchten wir ein geschützteres Mikroklima schaffen?

Damit bestimmt nicht allein die Grundstücksgrenze die Position der Hecke.

Ihre Funktion bestimmt sie mit. 

Eine junge Hecke ist noch kein Windschutz

Das ist besonders wichtig für realistische Erwartungen.

Am Tag der Pflanzung verändern kleine Heckenpflanzen die Windverhältnisse im Garten kaum.

Sie benötigen Zeit zum Einwurzeln.

Zeit zum Verzweigen.

Zeit zum Wachsen.

Und Zeit, um eine zusammenhängende Pflanzenstruktur zu bilden.

In den ersten Jahren müssen deshalb ausgerechnet jene jungen Pflanzen mit dem Wind zurechtkommen, die den Garten später davor schützen sollen.

Gerade deshalb ist eine gute Pflege während der Anwachsphase so wichtig. 

Eine Hecke kann die Möglichkeiten eines Gartens verändern

Das ist vielleicht einer der schönsten langfristigen Effekte.

Heute haben wir möglicherweise einen Garten, der:

heiß, trocken, windig und exponiert ist.

Wir pflanzen an der richtigen Stelle eine passende Hecke.

Die Pflanzen wurzeln ein.

Die Hecke wird dichter.

Die Windbelastung nimmt auf der geschützten Seite ab.

Der Boden trocknet dort möglicherweise langsamer aus.

Es entsteht ein geschützteres Mikroklima.

Und einige Jahre später können wir hinter der Hecke vielleicht sogar Pflanzen kultivieren, für die der Standort vorher zu exponiert gewesen wäre.

Das bedeutet:

Mit der Pflanzenwahl passen wir uns nicht nur an das Mikroklima unseres Gartens an – wir können es langfristig mitgestalten. 

Ein windiger Garten ist kein schlechter Garten

Genauso wenig wie ein trockener Garten ein schlechter Garten ist.

Oder ein Garten mit schwerem Boden.

Das sind zunächst einmal Standortbedingungen.

Probleme entstehen vor allem dann, wenn die Bedürfnisse der gewählten Pflanze nicht dazu passen.

Deshalb lautet die richtige Frage auch hier nicht:

„Welche Pflanze ist die stärkste?“

Sondern:

„Welche Pflanze funktioniert an diesem Standort gut?“ 

Wind biegt eine Pflanze nicht nur.

Er beeinflusst ihren Wasserhaushalt, belastet ihre Triebe und Wurzeln und verändert das Mikroklima ihres Standortes.

Deshalb suchen wir für einen windigen Garten nicht einfach nach dem Etikett „windfest“.

Wir betrachten den gesamten Standort.

Die gesamte Pflanze.

Und die Funktion, die eine Hecke dort langfristig erfüllen soll.

Wir müssen den Wind nicht besiegen. Wir müssen einen Garten gestalten, der mit ihm leben kann. 

🌿 Den Garten der Zukunft pflanzen wir heute!

Im nächsten, 19. Teil:
Klimarobuste Hecken – welche passt zu welchem Garten? Dann führen wir die unterschiedlichen Standorte und Pflanzeneigenschaften zusammen und entwickeln daraus eine praktische Entscheidungshilfe für die Auswahl der passenden Hecke.