17. Welche Pflanzen eignen sich für schwere und feuchtere Böden?

Welche Pflanzen eignen sich für schwere und feuchtere Böden?

Warum feuchter Boden und Staunässe nicht dasselbe sind

Im vorherigen Teil haben wir nach Pflanzen für sonnige, heiße und trockene Gärten gesucht.

Jetzt betrachten wir das andere Extrem.

Was passiert in einem Garten, dessen Boden schwer ist, nur langsam abtrocknet und nach stärkeren Niederschlägen lange feucht bleibt?

Manche Gartenbesitzer sagen:

„Unser Boden ist gut, weil er Wasser lange speichert.“

Andere beschreiben denselben Boden so:

„Bei uns wächst kaum etwas richtig, weil der Boden ständig nass ist.“

Beides kann stimmen.

Denn die Fähigkeit eines Bodens, Wasser zu speichern, ist grundsätzlich wertvoll.

Zu viel Wasser im Wurzelraum kann jedoch zum Problem werden.

Deshalb reicht es bei schweren und feuchteren Böden nicht, einfach nach einer „wasserliebenden Pflanze“ zu suchen.

Wir müssen zunächst verstehen:

Was passiert mit dem Wasser im Boden? 

Feuchter Boden ist nicht dasselbe wie Staunässe

Das ist der wichtigste Unterschied dieses Kapitels.

Ein Boden kann:

gut mit Wasser versorgt sein und gleichzeitig genügend Luft enthalten.

Er kann:

vorübergehend sehr feucht sein, beispielsweise nach starken Niederschlägen.

Oder er kann:

länger wassergesättigt sein. Dann sind viele Bodenporen mit Wasser gefüllt und die Sauerstoffversorgung der Wurzeln kann sich verschlechtern.

Das sind drei unterschiedliche Situationen.

Deshalb bedeutet:

„verträgt feuchte Böden“

nicht automatisch:

„verträgt Staunässe“. 

Wurzeln brauchen nicht nur Wasser

Wie wir im 13. Teil unserer Serie gesehen haben, braucht eine funktionierende Wurzelzone vor allem ein ausgewogenes Verhältnis von:

Wasser + Luft

Wurzeln sind lebendes Gewebe und benötigen Sauerstoff.

Sind die Bodenporen längere Zeit vollständig mit Wasser gefüllt, wird der Gasaustausch eingeschränkt.

Die Funktion der Wurzeln kann dadurch beeinträchtigt werden.

Das kann zu einer zunächst widersprüchlich wirkenden Situation führen:

Die Pflanze steht in sehr nassem Boden – und zeigt trotzdem Symptome, die auf den ersten Blick an Wassermangel erinnern können.

Deshalb gilt:

Viel Wasser bedeutet nicht automatisch eine gute Wasserversorgung. 

Warum ist das bei schweren Böden besonders wichtig?

Schwere Böden besitzen viele kleine Poren und können meist mehr Wasser speichern als sandige Böden.

Das kann ein großer Vorteil sein.

Während längerer Trockenperioden steht dadurch möglicherweise ein wertvoller Wasservorrat zur Verfügung.

Gleichzeitig kann sich Wasser in solchen Böden langsamer bewegen.

Ist die Bodenstruktur ungünstig oder der Untergrund verdichtet, kann der Wurzelraum nach starkem Regen länger wassergesättigt bleiben.

Damit kann dieselbe Eigenschaft – eine hohe Wasserspeicherfähigkeit – je nach Situation Vorteil oder Nachteil sein. 

Schwerer Boden ist nicht automatisch schlechter Boden

Das ist uns wichtig.

„Schwerer Boden“ wird häufig so verwendet, als würde der Begriff automatisch eine schlechte Bodenqualität bedeuten.

Das stimmt nicht.

Ein gut strukturierter Lehm- oder Tonboden kann:

Wasser und Nährstoffe hervorragend speichern, fruchtbar sein und vielen Pflanzen sehr gute Wachstumsbedingungen bieten.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn die Bodenstruktur geschädigt ist, der Boden stark verdichtet wurde, Wasser nicht ausreichend abfließen kann und die Wurzelzone über längere Zeit zu wenig Luft enthält.

Deshalb:

Nicht der schwere Boden an sich ist das Problem. Entscheidend ist, wie der Boden funktioniert. 

Wie erkennt man einen problematischen Standort?

Dafür braucht man nicht unbedingt sofort eine Laboranalyse.

Gehen Sie nach einem kräftigen Regen durch Ihren Garten und beobachten Sie:

Bleiben Pfützen stehen?

Wo sammelt sich Wasser?

Wie schnell verschwindet es?

Gibt es Bereiche, die noch Tage später auffällig nass sind?

Ist der Boden klebrig oder stark verdichtet?

Wird er im Sommer steinhart und bekommt tiefe Risse?

Wachsen Pflanzen an bestimmten Stellen regelmäßig schlechter?

All das sind wertvolle Hinweise.

Einer der besten Bodentests ist der eigene Garten nach einem starken Regen. 

Nicht nur die Wassermenge zählt – sondern auch die Dauer

Nach einem kräftigen Gewitter ist der Boden in fast jedem Garten vorübergehend sehr nass.

Das muss noch kein Problem sein.

Entscheidend ist:

Wie lange bleibt er so?

Es macht einen Unterschied, ob überschüssiges Wasser schnell versickert, mehrere Stunden auf der Fläche steht oder der Wurzelraum über Tage wassergesättigt bleibt.

Pflanzen unterscheiden sich erheblich darin, wie lange sie solche Bedingungen tolerieren können.

Deshalb reicht die Angabe „für feuchte Böden geeignet“ allein nicht aus. 

Staunässe sollte separat angegeben werden

Auf unseren zukünftigen Pflanzeninformationen möchten wir deshalb zwei Eigenschaften voneinander unterscheiden:

Verträglichkeit zeitweise feuchter Böden

und

Empfindlichkeit gegenüber Staunässe

Denn eine Pflanze kann in frischem, gleichmäßig feuchtem Boden hervorragend wachsen und gleichzeitig schlecht damit zurechtkommen, wenn ihre Wurzelzone mehrere Tage wassergesättigt bleibt.

Für Gartenbesitzer ist diese Unterscheidung wesentlich hilfreicher als die pauschale Angabe „feuchtigkeitsverträglich“. 

Auch Trockenheitsverträglichkeit bleibt wichtig

Das klingt zunächst überraschend.

Warum sollten wir uns bei einem schweren, eher feuchten Boden mit Trockenheitsverträglichkeit beschäftigen?

Weil derselbe Boden im Sommer stark austrocknen kann.

Tonreiche Böden können bei Trockenheit hart werden, schrumpfen und tiefe Risse bilden.

Damit kann dieselbe Pflanze im Frühjahr in einem sehr feuchten Wurzelraum stehen und im Spätsommer unter Wassermangel leiden.

Genau deshalb bedeutet Klimarobustheit mehr als Trockenheitsverträglichkeit. 

Darum sprechen wir von „Wasserextremen“

 

Umgang mit Wasserextremen

Denn uns interessiert, wie eine Pflanze damit zurechtkommt, wenn sich die Bedingungen im Wurzelraum deutlich verändern.

Zum Beispiel:

feuchter Boden im Frühjahr → Austrocknung im Sommer → Starkregen nach einer Trockenperiode

Gerade bei zunehmend wechselhaften Wetterbedingungen kann diese Fähigkeit für die Pflanzenwahl immer wichtiger werden. 

Was verursacht Staunässe?

Nicht nur Lehmboden.

Staunässe kann beispielsweise entstehen durch:

eine tiefe Lage im Gelände,

einen verdichteten Unterboden,

Bodenverdichtung durch Baumaschinen,

ungünstige Geländemodellierung,

wasserundurchlässige Bodenschichten

oder große Wassermengen, die von Dächern oder befestigten Flächen genau in den Pflanzbereich geleitet werden.

Wenn eine Stelle regelmäßig zu nass ist, lautet die erste Frage deshalb:

Warum sammelt sich hier Wasser?

Erst danach sollten wir überlegen, welche Pflanze dort wachsen soll. 

Vorsicht bei Neubaugärten

Gerade neu angelegte Gärten können täuschen.

Während der Bauphase fahren schwere Maschinen über das Grundstück.

Der Unterboden wird verdichtet.

Später wird darauf eine Schicht schöner Mutterboden verteilt.

An der Oberfläche sieht alles hervorragend aus.

Doch Regenwasser dringt durch die obere Schicht und trifft darunter auf den verdichteten Untergrund.

Dort kann seine weitere Bewegung stark gebremst werden.

An der Grenze zwischen lockerem Oberboden und verdichtetem Untergrund kann sich dadurch zeitweise Wasser sammeln.

Das Problem liegt also:

nicht immer dort, wo wir es an der Oberfläche sehen. 

Wenn das Pflanzloch zum „Blumentopf“ wird

Bei schweren Böden sollte man mit einem verbreiteten Gedanken vorsichtig sein:

„Ich grabe einfach ein großes Loch, fülle es mit lockerer Erde – und das Problem ist gelöst.“

Wenn der umgebende Boden Wasser nur sehr schlecht ableitet, kann die lockere Erde im Pflanzloch unter Umständen gerade zu dem Bereich werden, in dem sich Wasser sammelt.

Und genau dort befinden sich zunächst die Wurzeln.

Das Pflanzloch funktioniert deshalb nicht unabhängig vom übrigen Gartenboden.

Es ist Teil des gesamten Bodensystems. 

Bei Hecken immer den gesamten Pflanzstreifen betrachten

Eine Hecke kann zehn, zwanzig oder noch mehr Meter lang sein.

Die Bodenverhältnisse können sich innerhalb dieser Strecke verändern.

Ein Abschnitt liegt etwas höher.

Ein anderer etwas tiefer.

Neben einem Teil der Hecke befindet sich eine befestigte Fläche.

An einer anderen Stelle gelangt zusätzlich Wasser vom Dach in den Boden.

Deshalb kann eine Hecke an einer Stelle hervorragend wachsen, während nur wenige Meter weiter einzelne Pflanzen Probleme bekommen.

Vor der Pflanzung lohnt es sich deshalb:

den gesamten Heckenstreifen zu untersuchen.

Nicht nur eine einzelne Stelle. 

Verstehen Sie den Weg des Wassers

Eine der wichtigsten Fragen in einem Garten mit schwerem Boden lautet:

Wohin fließt das Wasser?

Woher kommt es?

Wohin bewegt es sich?

Wo wird es langsamer?

Wo sammelt es sich?

Wie lange braucht es, bis es versickert?

An einem Hang kann beispielsweise Wasser aus höher gelegenen Bereichen die Pflanzen weiter unten zusätzlich belasten.

Auch Dach- und Pflasterflächen können große Wassermengen auf eine relativ kleine Gartenfläche konzentrieren.

Gute Wasserwirtschaft bedeutet nicht, jedes Wasser abzuleiten

Auch das andere Extrem wäre problematisch.

Niederschlag ist eine wertvolle Ressource.

Unser Ziel sollte deshalb nicht darin bestehen, Regenwasser möglichst schnell aus dem Garten zu entfernen.

Besser ist:

Das benötigte Wasser speichern – und Überschüsse sicher ableiten oder sinnvoll bewirtschaften.

Das wird besonders wichtig, wenn auf längere Trockenperioden intensive Niederschläge folgen.

Ein gut funktionierender Garten kann deshalb beides:

Wasser speichern

und

mit überschüssigem Wasser umgehen. 

Kann man schweren Boden verbessern?

In vielen Fällen ja.

Aber nicht über Nacht.

Im Mittelpunkt sollte eine Verbesserung der Bodenstruktur stehen.

Ein sinnvoller Umgang mit organischer Substanz, die Förderung des Bodenlebens, die Vermeidung weiterer Verdichtung und eine geeignete Bodenpflege können langfristig helfen.

Bei stark verdichteten Böden oder ernsthaften Entwässerungsproblemen können allerdings größere Maßnahmen notwendig sein.

Deshalb:

Erst die Ursache erkennen – dann handeln. 

Nicht einfach Sand in jeden Lehmboden mischen

Ein häufig gehörter Tipp lautet:

„Misch einfach Sand unter.“

Das ist zu pauschal.

Die physikalischen Eigenschaften eines Bodens gezielt zu verändern, ist komplex. Eine kleine Menge eines ungeeigneten Materials führt nicht automatisch zum gewünschten Ergebnis.

Unser Ziel sollte auch nicht sein, aus einem schweren Boden einen völlig anderen Bodentyp zu machen.

Sondern:

die Struktur und Funktion des vorhandenen Bodens zu verbessern.

Bei größeren Problemen kann eine örtliche Bodenuntersuchung oder fachkundige Beratung sinnvoll sein. Beillesztett markdown

Und was ist mit einer Drainage?

Auf bestimmten Grundstücken kann ein Entwässerungssystem notwendig sein.

Doch auch ein Drainagerohr ist keine Universallösung.

Das Wasser muss zunächst überhaupt zum Drainagesystem gelangen können.

Und anschließend benötigt es einen funktionierenden und zulässigen Abflussweg.

Bei größeren Entwässerungsproblemen sollte deshalb immer das gesamte System betrachtet werden.

Eine erhöhte Pflanzung kann manchmal helfen

Auf bestimmten feuchten Standorten kann es sinnvoll sein, den Wurzelbereich etwas höher anzulegen.

Dadurch befindet sich ein größerer Teil des Wurzelsystems möglicherweise in einem besser belüfteten Bodenbereich.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Pflanze auf schwerem Boden automatisch auf einen Hügel gesetzt werden sollte.

Ob eine solche Lösung sinnvoll ist, hängt von Pflanze, Gelände, Wasserbewegung und Ausmaß des Problems ab. 

Mulchen bei feuchtem Boden? Ja – aber mit einem anderen Ziel

Im 14. Teil haben wir gesehen, dass eine Bodenabdeckung helfen kann, Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.

In trockenen Gärten ist das meist ein Vorteil.

Ist der Boden jedoch ohnehin sehr feucht und trocknet nur langsam ab, ist eine zusätzliche Feuchtespeicherung nicht unbedingt das wichtigste Ziel.

Das bedeutet nicht, dass Mulch grundsätzlich ungeeignet wäre.

Es bedeutet:

Die Methode muss zum Standort passen.

Auch hier gibt es kein Universalrezept. 

Auch mit Tropfbewässerung kann man zu viel gießen

Das ist auf schweren Böden besonders wichtig.

Eine Tropfbewässerung kann sehr hilfreich sein.

Wird sie jedoch genauso programmiert wie auf einem schnell austrocknenden Sandboden, kann zu viel Wasser in den Wurzelbereich gelangen.

Die Bewässerung richtet sich deshalb nicht allein nach der Pflanzenart.

Entscheidend ist immer das Zusammenspiel:

Pflanze + Boden + Wetter

Und auch eine automatische Bewässerung ersetzt nicht die Kontrolle der tatsächlichen Bodenfeuchtigkeit. 

Gelbe Blätter bedeuten nicht automatisch Wassermangel

Eine Pflanze lässt die Blätter hängen.

Sie vergilbt.

Sie wächst schlecht.

Schnell lautet die Vermutung:

„Sie braucht mehr Wasser.“

Also wird noch mehr gegossen.

Liegt das eigentliche Problem jedoch in einer sauerstoffarmen, dauerhaft nassen Wurzelzone, kann zusätzliches Wasser die Situation verschlechtern.

Deshalb gilt vor dem Gießen:

Schauen Sie in den Boden.

Nicht nur auf die Oberfläche.

Sondern in den Wurzelbereich. 

Welches Klimaprofil passt zu schweren, feuchteren Böden?

Nun können wir wieder unser Heckenmarkt-Klimaprofil anwenden.

Besonders wichtig können sein:

Umgang mit Wasserextremen: gut

Standortanpassung: gut

Verträglichkeit zeitweise feuchter Böden: passend

Empfindlichkeit gegenüber Staunässe: passend zu den tatsächlichen Standortbedingungen

Trotzdem müssen wir weiterhin Hitzetoleranz, Trockenheitsverträglichkeit und Winteranpassung berücksichtigen.

Denn:

Der Garten ist das ganze Jahr über Standort.

Die Pflanze muss nicht nur mit der einen Woche zurechtkommen, in der besonders viel Regen fällt. 

Wir suchen nicht unbedingt eine „wasserliebende“ Pflanze

Ein gewöhnlicher Garten mit schwerem Boden ist kein Sumpf.

Und auch kein Flussufer.

Wenn ein Standort im Frühjahr einige Wochen feucht ist und wir deshalb eine ausgesprochen wasserliebende Pflanze wählen, können im trockenen Hochsommer völlig andere Probleme entstehen.

Die passende Pflanze ist deshalb vielmehr eine, die:

zum tatsächlichen Wasserhaushalt des Gartens über das ganze Jahr passt. 

Einen Standort nicht nach einem einzigen Zeitpunkt beurteilen

Im April ist der Boden feucht.

Im Juli trocken.

Im Oktober wieder feucht.

Im Januar vielleicht zeitweise wassergesättigt.

Welche dieser Situationen beschreibt den „echten“ Standort?

Alle.

Denn die Pflanze muss das ganze Jahr am selben Platz verbringen.

Genau hier liegt ein Vorteil des Heckenmarkt-Klimaprofils:

Wir betrachten nicht nur eine einzelne Wettersituation, sondern die Bedingungen über das gesamte Jahr. 

Welche Heckenpflanze eignet sich?

Auch hier möchten wir nicht einfach einen Pflanzennamen nennen und behaupten, dieser sei für jeden schweren Boden geeignet.

Wunderhecke®, Lombard-Hainbuche, Rimini-Liguster, Tivoli-Rotbuche, Hasel, Aronia und weitere Pflanzen unseres Sortiments reagieren unterschiedlich auf schwere Böden, zeitweise Feuchtigkeit, Staunässe und sommerliche Austrocknung.

Deshalb sollen die verfügbaren fachlichen Informationen für jede Art – und gegebenenfalls jede Sorte – separat bewertet werden.

Die Empfehlung soll sich aus den Eigenschaften der Pflanze ergeben – nicht aus unserem Sortiment.

Das ist für die Glaubwürdigkeit des Heckenmarkt-Klimaprofils entscheidend. 

Manchmal kann die richtige Pflanze das Problem nicht lösen

Wenn auf einer Fläche wochenlang Wasser steht, lautet die wichtigste Frage möglicherweise gar nicht:

„Welche Hecke kann ich hier pflanzen?“

Sondern:

„Warum steht hier wochenlang Wasser?“

Ein gravierendes Standortproblem lässt sich nicht immer sinnvoll dadurch lösen, dass wir eine möglichst extrem tolerante Pflanze suchen.

Möglicherweise müssen zunächst Gelände, Entwässerung, Bodenstruktur oder Pflanzposition verändert werden.

Auch das gehört zu einer fachlich sinnvollen Pflanzenwahl. 

Manchmal sind ein paar Meter die einfachste Lösung

Wenn nur eine kleine Stelle im Garten regelmäßig unter Wasser steht, während wenige Meter daneben gute Bedingungen herrschen, kann die einfachste Lösung darin bestehen:

die Hecke nicht genau dort zu pflanzen.

Nicht jedes Standortproblem muss technisch gelöst werden.

Manchmal ist eine Verschiebung um wenige Meter sinnvoller als ein aufwendiger Umbau des Bodens. 

10 Fragen für schwere und feuchtere Gartenböden

Bevor Sie Pflanzen auswählen, sollten Sie diese Punkte prüfen:

  1. Wie schnell verschwindet das Wasser nach einem starken Regen?
  2. Bleibt irgendwo Wasser auf der Oberfläche stehen?
  3. Wie tief bleibt der Boden feucht?
  4. Ist der Boden schwer oder verdichtet?
  5. Gab es auf dem Grundstück Bauarbeiten oder Verkehr mit schweren Maschinen?
  6. Trocknet der Boden im Sommer stark aus und bekommt Risse?
  7. Fließt zusätzlich Wasser von Dächern, Pflasterflächen oder höher gelegenen Bereichen zu?
  8. Gibt es eine Bewässerungsanlage?
  9. Wie sonnig und warm ist der Standort?
  10. Sind die Bedingungen entlang der gesamten geplanten Hecke gleich?

Wer diese Fragen beantworten kann, ist der passenden Pflanze bereits deutlich näher. 

Ein guter Boden ist weder möglichst trocken noch möglichst nass

Eine funktionierende Wurzelzone ist ein dynamisches System.

Nach Regen nimmt der Boden Wasser auf.

Einen Teil davon speichert er.

Überschüssiges Wasser kann abfließen.

Gleichzeitig bleibt genügend Luft im Porenraum.

Während trockener Perioden kann die Pflanze auf den gespeicherten Wasservorrat zurückgreifen.

Das Ziel lautet deshalb weder:

„Der Boden muss möglichst trocken sein.“

noch:

„Der Boden muss möglichst viel Wasser speichern.“

Sondern:

Wir brauchen ein ausgewogenes Verhältnis von Wasser und Luft im Wurzelraum. 

Ein klimarobuster Garten bereitet sich nicht nur auf Trockenheit vor

Das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieses Kapitels.

Beim Thema Klimaveränderung denken wir im Garten schnell an Hitze, Trockenheit und Bewässerung.

Doch zur anderen Seite der Entwicklung gehören auch intensive Niederschläge und eine zunehmend ungleichmäßige Verteilung des Wassers.

Pflanzen der Zukunft müssen deshalb nicht unbedingt nur ein Extrem besonders gut aushalten.

Sie müssen mit wechselnden Bedingungen zurechtkommen. 

Eine trockenheitsverträgliche Pflanze verträgt nicht automatisch Staunässe.

Und eine Pflanze, die feuchte Böden mag, verträgt nicht automatisch dauerhaft wassergesättigten Boden.

Gute Pflanzenwahl beginnt damit, diesen Unterschied zu verstehen.

Wir fragen deshalb nicht nur:

„Welche Pflanze mag Wasser?“

Sondern:

„Wie bewegt sich das Wasser in meinem Garten – und welche Pflanze passt zu diesen Bedingungen?“

Wenn wir das verstanden haben, wählen wir nicht einfach irgendeine Pflanze.

Wir wählen eine Pflanze für einen konkreten Standort.

Und genau das ist einer der wichtigsten Grundsätze des klimarobusten Gartens.

🌿 Den Garten der Zukunft pflanzen wir heute!

Im nächsten, 18. Teil:
Welche Pflanzen eignen sich für windige und exponierte Standorte? – Wie wählen wir Pflanzen für Gärten aus, in denen Wind gleichzeitig den Wasserverlust erhöht, Triebe mechanisch belastet und das Mikroklima verändert?